9 Freunde, 4 Etappen, 140 km und jede Menge gemeinsame Erinnerungen
Unsere 3-tägige Radtour durch das Liebliche Taubertal begann am Freitag, den 12. Juni, mit einer Gruppe von neun Radlern – und direkt mit einem Auftakt, den man so schnell nicht vergisst: Regen!
Auftakt in Rothenburg – Regen, Kaffee und Mittelalterflair
Um 9:30 Uhr trafen wir uns vor der alten Stadtmauer von Rothenburg ob der Tauber. Die Fahrräder blieben zunächst noch sicher auf den Autos, denn das Wetter machte wenig Hoffnung auf einen schnellen Start. Also entschieden wir uns für einen entspannten Auftakt im Trockenen – mit Frühstück im Café Lebenslust.
Während draußen der Regen fiel, wuchs drinnen langsam die Vorfreude auf die Tour. Und als er nicht nachließ, machten wir das Beste daraus: Wir erkundeten Rothenburg zu Fuß.
Mit Regenschirmen ging es durch die verwinkelten Gassen der Altstadt – und schnell wurde klar, dass diese Stadt auch im Regen ihren besonderen Zauber hat. Der Blick vom wunderschönen Burggarten über Stadt und Taubertal, die mittelalterlichen Fassaden und das berühmte Plönlein mit seinen schiefen Fachwerkhäusern: Rothenburg ist ein einziges Postkartenmotiv.
Ein überraschendes Highlight war der Besuch des Weihnachtsdorfs von Käthe Wohlfahrt. Auf über 1.000 m² tauchten wir mitten im Sommer in eine komplette Weihnachtswelt ein – mit Nussknackern, Räuchermännchen und einem riesigen Weihnachtsbaum. Surreal, aber beeindruckend.
Endlich aufs Rad – hinein ins Taubertal
Am Mittag klarte es auf, und wir starteten endlich unsere erste Etappe auf dem 5-Sterne-Radweg „Liebliches Taubertal – Der Klassiker“. Von Rothenburg ging es in Richtung Tauberrettersheim.
Schon kurz nach dem Start führte uns die Route über die Doppelbrücke, vorbei am Topplerschlösschen, hinein in die ruhige Flusslandschaft der Tauber. Wiesen, kleine Orte und sanfte Hügel begleiteten uns, während sich Regen, Wolken und kräftiger Gegenwind abwechselten.
In Creglingen legten wir einen ersten Stopp ein. Der historische Lindleinturm und die beeindruckende Herrgottskirche mit dem berühmten Riemenschneider-Altar waren echte Höhepunkte direkt am Wegesrand.
Eine unerwartete Überraschung wartete im Fingerhutmuseum – dem einzigen seiner Art weltweit. Zwischen über 3.500 Exponaten aus aller Welt wurde schnell klar: Auch kleine Dinge können große Geschichten erzählen.
Am Abend erreichten wir Tauberrettersheim – zufrieden, ein wenig müde und voller neuer Eindrücke. Bei einem gemeinsamen Abendessen ließen wir den ersten Tag gemütlich ausklingen.
Barock, Weinberge und ein echtes Teamgefühl
Der zweite Tag begrüßte uns mit Sonne – und sofort war klar: Jetzt zeigt das Taubertal seine ganze Schönheit.
Die Landschaft wurde weiter, die Wege ruhiger, und die Gruppe fand ihren gemeinsamen Rhythmus. Unser erstes Ziel war das prachtvolle Schloss Weikersheim. Bei einer Führung tauchten wir in die Geschichte der Hohenlohe ein und bestaunten die prunkvollen Räume und Säle.
Besonders beeindruckend war der barocke Schlossgarten mit seiner Zwergengalerie und der eleganten Orangerie – ein Ort, der fast schon wie eine Bühne für das Zusammenspiel von Architektur und Natur wirkt.
Weiter ging es nach Bad Mergentheim, wo wir am Deutschordenplatz eine Pause einlegten. Zwischen historischen Fassaden und lebendigem Stadtleben spürte man noch heute die Bedeutung dieses Ortes in der Geschichte des Deutschen Ordens.
Am Nachmittag erreichten wir Tauberbischofsheim. Spätestens hier war aus der Gruppe längst ein echtes Team geworden. Beim gemeinsamen Abendessen auf der Terrasse unseres Hotels ließen wir den sonnigen Tag entspannt ausklingen – mit viel Lachen, Gesprächen und dem Gefühl, genau zur richtigen Zeit unterwegs zu sein.
Richtung Wertheim – und ein Bahnabenteuer der besonderen Art
Die dritte Etappe führte uns weiter Richtung Wertheim. Die Landschaft wurde noch einmal abwechslungsreicher, kleinere Anstiege forderten uns heraus, und langsam machte sich das Gefühl breit: Bald ist es geschafft.
In Wertheim erkundeten wir die Altstadt am Zusammenfluss von Main und Tauber und stärkten uns bei einem Flammkuchen, bevor wir den Rückweg planten – zumindest teilweise mit der Bahn.
Was dann folgte, wurde schnell zum unerwarteten Abenteuer der Tour: ein einziger überfüllter Waggon, keine Klimaanlage, schlechte Luft und sehr viele Fahrräder an Bord. Es war eng, heiß und chaotisch – irgendwo zwischen Improvisation und Fahrrad-Puzzle. Doch genau hier zeigte sich, was diese Tour ausmachte: Teamgeist. Jeder half jedem, es wurde geschoben, gehalten und gelacht, selbst in dieser ungewöhnlichen Situation. Ein großes Dankeschön geht dabei an alle, die mit Ruhe und Humor dafür sorgten, dass wir irgendwie gemeinsam durch diese „Logistik-Etappe“ kamen.
Finale über den Hohenloher Residenzweg
Nach 90 Minuten erreichten wir Schrozberg und stiegen wieder aufs Rad. Die letzten 23 Kilometer über den Hohenloher Residenzweg zurück nach Rothenburg – die 4. Etappe – wurden zu einem ruhigen und entspannten Abschluss der Tour.
Als wir schließlich wieder an unseren Autos ankamen, lag eine besondere Reise hinter uns: 4 Etappen, rund 140 Kilometer – und vor allem viele gemeinsame Erinnerungen.
Fazit: Die Radtour ‚Liebliches Taubertal – Der Klassiker‘ hat ihrem Namen alle Ehre gemacht: eine perfekte Mischung aus Natur, Kultur, kleinen Überraschungen und großem Gemeinschaftsgefühl. Und genau das bleibt am Ende hängen – nicht die Kilometer, sondern die Momente dazwischen. Es war eine rundum großartige Tour – ein echtes Highlight auf zwei Rädern. Ein ganz großes Dankeschön an alle Teilnehmer – ihr habt diese Tour besonders gemacht.

