Kraichgau-Toskana – Sommer, Sattel & Sonnenschein!

Kraichgau-Toskana – Sommer, Sattel & Sonnenschein!

Die Fahrräder glänzten, die Ketten waren geölt (zumindest fast alle) und die Stimmung hatte schon vor dem Start sommerliche Betriebstemperatur erreicht. Es war klar: Heute würden nicht nur die Akkus, sondern auch wir ordentlich ins Schwitzen kommen.

Bevor wir überhaupt losradelten, gab es erst einmal Grund zum Jubeln: Mit Michaela durften wir nicht nur ein neues Gesicht begrüßen, sondern auch unser 60. Mitglied in der stetig wachsenden Radbande willkommen heißen. Und was sollen wir sagen? Als hätte sie nie etwas anderes gemacht! Ob gemütliches Einrollen, flotte Abfahrten oder später die berüchtigte „Hohenklingen-Maulbronn-Bergprüfung“ – Michaela meisterte jede Herausforderung mit Bravour, guter Laune und einem Lächeln im Gesicht. Liebe Michaela, deine Radbande-Taufe hast du mit Auszeichnung bestanden! Ab heute gilt ganz offiziell: Du bist nicht mehr die Neue – du gehörst nun zu unserer Radbande!

Natürlich wollten wir mit dieser Tour auch ein Zeichen für das STADTRADELN setzen. Mit mehr als 50 Kilometern pro Person sammelten wir fleißig Kilometer fürs Klima, für unser Team und – seien wir ehrlich – auch ein bisschen für den internen Ruhm.

Unsere Tour führte uns von Helmsheim über Bretten, Knittlingen, Hohenklingen, Freudenstein, Maulbronn, Kleinvillars und Ruit wieder zurück nach Helmsheim. Die ersten Kilometer liefen wie geschmiert. Es wurde geplaudert, gelacht und natürlich fleißig in die Pedale getreten.

In Knittlingen rollten wir gemütlich durch die historische Altstadt mit ihren wunderschönen Fachwerkhäusern und engen Gassen. Fast fühlte man sich ein paar Jahrhunderte zurückversetzt – nur dass damals wohl kaum jemand mit einem E-Bike unterwegs war.

Am Rückhaltebecken im Weissacher Tal gönnten wir uns eine kurze Pause. Das glitzernde Wasser sah zwar verlockend nach Badesee aus, entpuppte sich aber als Hochwasserrückhaltebecken. Baden verboten!

Dann kam ER: der berüchtigte Anstieg zwischen Hohenklingen und Maulbronn. Mit offiziell 13 Prozent Steigung – gefühlt aber eher eine Bergprüfung der Extraklasse – verlangte er uns einiges ab. Die Gespräche verstummten schlagartig. Statt fröhlichem Geplauder hörte man nur noch schweres Atmen und immer wieder die entscheidende Frage: „Sind wir bald oben?“ Selbst die E-Bikes schienen kurz zu überlegen, ob sie kündigen sollten. Doch oben angekommen war die Erleichterung riesig. Der Durst allerdings noch größer.

Doch bevor wir den wohlverdienten Biergarten erreichten, gab es noch eine kleine Herausforderung: Bei Jürgen sprang unterwegs die Kette ab. Panik? Fehlanzeige! Die Radbande wäre schließlich nicht die Radbande, wenn nicht sofort mehrere Experten gleichzeitig zur Stelle wären. Gemeinsam wurde geprüft und geholfen. Keine fünf Minuten später saß die Kette wieder dort, wo sie hingehörte, Jürgen konnte weiterfahren und alle waren sich einig: Teamwork schlägt jede Panne!

Weiter ging’s endlich zum Biergarten „Bruder Jacob“ im Klosterhof Maulbronn. Unter schattigen Bäumen warteten frisch gezapftes Maulbronner Klosterbräu, knuspriger Flammkuchen, Wurstsalat, Maultaschen, Fleischkäse und alles, was hungrige Radfahrer glücklich macht. Mit Blick auf das beeindruckende Zisterzienserkloster – UNESCO-Weltkulturerbe und über 850 Jahre alt – schmeckte einfach alles doppelt so gut.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Rückweg und erreichten den idyllischen Aalkistensee. Kaum war der See in Sicht, wurden bei den Mädels Erinnerungen wach: „Wisst ihr noch … letztes Jahr?“ Natürlich wussten sie es noch. Genau hier war uns damals ein besonders sportliches Exemplar der Gattung „oberkörperfreier Jogger“ begegnet: gutaussehend, durchtrainiert, braungebrannt und definitiv ein Hingucker. Die Erwartungen waren entsprechend hoch. Die Blicke schweiften über den Uferweg, die Hoffnung lebte: Vielleicht kommt er ja gleich um die Ecke … vielleicht dreht er heute wieder seine Runde … vielleicht … aber: nichts. Kein Aalkistensee-Adonis. Kein Ersatz-Adonis. Nicht einmal ein Jogger im Trainingsanzug als Trostpflaster. Die Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen – schließlich gab es ja noch den schönen See und jede Menge Gesprächsstoff. Die Legende vom „Aalkistensee-Adonis“ lebt jedenfalls weiter.

Der Rückweg nach Helmsheim verlief angenehm entspannt. Zwar meldeten sich inzwischen einige Muskeln und auch der Sattel fühlte sich plötzlich deutlich härter an als am Morgen, doch die gute Laune blieb bis zum Schluss erhalten.

Fazit:

✔ Über 50 Kilometer bei sommerlicher Hitze
✔ Eine gemeisterte „Hohenklingen-Maulbronn-Bergprüfung“
✔ Eine reparierte Kette
✔ Sehr gute Stimmung und viele Lacher
✔ Leckeres Essen
✔ Jede Menge Teamgeist
✔ Leider kein gut trainierter Jogger – oberkörperfrei

Es war wieder einmal ein rundum gelungener Tag mit einer tollen Radbande. Genau so macht STADTRADELN Spaß!