Graffiti, Pauluskapelle & riesige Rum-Granatsplitter

Graffiti, Pauluskapelle & riesige Rum-Granatsplitter

Treffpunkt war der Bahnhof in Helmsheim – und schon beim Eintreffen war klar: Heute passt einfach alles! Strahlender Sonnenschein, endlich wieder angenehme Temperaturen und beste Laune. Besser konnten die Voraussetzungen für unsere Sonntagsrunde kaum sein.

Bevor wir überhaupt in die Pedale traten, stand noch eine ganz wichtige Personalentscheidung an: Wer übernimmt heute den ehrenvollen Job als Schlussfahrer? Der Zufallsgenerator musste ran – und wie das Schicksal so wollte, fiel das Los auf Gerd. Mit einem Schmunzeln nahm er die Herausforderung an und füllte seine neue Aufgabe vom ersten Meter an mit großer Sorgfalt, Ruhe und viel Verantwortungsbewusstsein aus. Kein Radler ging verloren, niemand blieb zurück – Gerd hatte die Truppe jederzeit bestens im Blick. Lieber Gerd, herzlichen Dank für deinen tollen Einsatz! Deine Premiere als Schlussfahrer hast du mit Bravour gemeistert!

Mit kräftigem Tritt ging es Richtung Heidelsheim. Über den Basarweg rollten wir gemütlich nach Unteröwisheim und weiter Richtung Ubstadt – vorbei an beeindruckenden Graffitis, die beweisen, dass selbst Garagen und Trafostationen ein richtig cooles Outfit tragen können.

Ein besonderer Gedenkstein am Kallenberger Weg bei Ubstadt war unser nächster Halt und Fotostopp. Er erinnert an die Revolutionäre der badischen Revolution von 1848/49, die für Freiheit, Demokratie und die Einheit Deutschlands kämpften. Ein stiller Mahner für Mut, Zusammenhalt und den Wert unserer Demokratie.

Kurz darauf erreichten wir die Pauluskapelle am Ubstadter Kallenberg. Der Unternehmer Herbert Ubl errichtete sie 2014 nach einer persönlichen Krise. Entstanden ist ein kleines Wunder mit kräftigen Farben, liebevollen Details und bewusst gestalteten Rissen. Die Kapelle erinnert ein wenig an eine „Wedding Chapel“ in Las Vegas, wirkt dabei aber zugleich warm, harmonisch und einladend. Sie zeigt eindrucksvoll, dass aus schwierigen Zeiten etwas richtig Schönes entstehen kann.

Für eine besonders gelungene Überraschung sorgte unser aktiver, sportlicher Bio-Biker Steffen, der plötzlich als Überraschungsradler auftauchte. Lieber Steffen, wie schön, dass du ein Stück mit uns geradelt bist – das hat uns alle riesig gefreut!

Gemeinsam ging es weiter nach Zeutern, vorbei an Ausblicken mit echter Postkartenqualität. Durch das Naturschutzgebiet Bruch folgten wir dem idyllischen Kraichbach-Uferweg.

Unterwegs sorgte dann noch ein kleines Missverständnis für den wohl größten Lacher des Tages. Einige Mädels entdeckten am Wegesrand ein Reh und zeigten begeistert darauf. Peter, der etwas weiter vorne fuhr, bekam die ausgestreckten Arme mit und war überzeugt, dass dort etwas ganz Besonderes zu sehen sein musste. Sein Blick wanderte sofort in den Himmel – vielleicht kreiste ja ein Storch? Doch weit und breit war keiner zu entdecken. Erst als er wieder nach unten schaute, bemerkte auch er das Reh am Waldrand.

Kurz darauf streckte Patricia, die direkt vor Peter fuhr, ebenfalls den rechten Arm aus – diesmal allerdings mit flacher Hand. Peter fuhr neben sie und fragte ganz selbstverständlich: „Hast du auch das Reh gesehen?“ Patricia schaute ihn verdutzt an und antwortete: „Welches Reh? Ich suche nur die Stelle, an der wir rechts abbiegen müssen!“ Spätestens da war das Missverständnis aufgeklärt und das Gelächter riesengroß. Manchmal liegen Wildbeobachtung und Wegsuche eben nur eine Handbewegung auseinander.

Schließlich erreichten wir das Wiesencafé in Ubstadt.

Doch bevor wir es uns bei Kaffee und Kuchen gemütlich machten, spielte sich auf dem Parkplatz noch eine herrliche Szene ab. Beim Abstellen ihres Fahrrads bemerkte Doris, dass ihrem Hinterreifen etwas die Luft ausgegangen war. Kaum war das Problem erkannt, war unser Gentleman Jürgen auch schon zur Stelle. Mit seiner handbetriebenen Mini-Luftpumpe wollte er sofort helfen. Leider folgte die Ernüchterung: Der passende Adapter für das französische Presta-Ventil fehlte.

Jetzt kam Juttas großer Moment. Fast wie ein Zaubertrick zog sie ihre kleine elektrische CYCPLUS AS2 Pro Max Mini-Fahrradpumpe hervor. Neugierige Blicke wurden innerhalb weniger Sekunden zu staunenden Gesichtern. Knopf drücken, kurz surren lassen – und im Nullkommanix war Doris’ Reifen wieder prall gefüllt. Das Erstaunen bei Doris und Jürgen war riesig. Spätestens jetzt war klar: Diese kleine Wunderpumpe landet bei den beiden garantiert ganz oben auf der Einkaufsliste!

Danach genossen wir unseren Aufenthalt im Wiesencafé. Ein wahres Kleinod zwischen Blumen, Sträuchern und schattigen Bäumen. An diesem sonnigen Sonntagnachmittag war das Café bestens besucht, und da nur eine Bedienung im Einsatz war, war zunächst etwas Geduld gefragt. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch – wir nutzten die Zeit einfach für nette Gespräche und zum Genießen der herrlichen Umgebung.

Hausgemachte Kuchen und Torten sowie leckeres Eis ließen einen fast vergessen, weshalb wir eigentlich aufs Rad gestiegen waren. Zwar waren einige der gewünschten Leckereien bereits ausverkauft – typisch eben –, doch wir machten das Beste daraus. Der absolute Hammer waren die riesigen Rum-Granatsplitter – ein echtes Highlight und der perfekte Abschluss unserer Kaffeepause.

Frisch gestärkt führte uns der Rückweg durch das idyllische Rohrbachtal und anschließend ganz entspannt über den alten Radweg Bruchsal–Heidelsheim zurück nach Hause.

Ein herzliches Dankeschön an alle 17 Radlerinnen und Radler, die diesen wunderschönen Tag zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Es war ein Tag voller Sonnenschein, guter Laune, schöner Begegnungen, herzhaftem Gelächter, süßer Leckereien und ganz viel Radelfreude. Denn am Ende sind es nicht nur die Kilometer, die zählen, sondern vor allem die Gemeinschaft, die kleinen Überraschungen am Wegesrand, die gegenseitige Hilfe und die vielen gemeinsam erlebten Momente – genau das sind die Erinnerungen, die solche Radtouren so besonders machen und lange im Gedächtnis bleiben.